Die Moore im Tiroler Bezirk Kitzbühel

Moore bei Sperten (ZH)


Gemeinde:

St. Johann i.T., OT Sperten
Höhe ü.d.M.: ca. 710-740 m
Fläche: ca. 6,7 ha
Moortyp(en): Zwischen- und Hochmoore







Biotopkartierung (tiris Kartendienste, Biotopkartierung. Dunkellila = Hochmoor, heller lila = Zwischenmoor, rot-blau schraffiert = Aufforstung im Hochmoor)


Der östliche Hochmoorstreifen. Ein Tornado im Sommer 2012 vernichtete den aufgeforsteten Fichtenbestand (Foto: Verena Panovits).


Weitgehend ungestörtes Zwischen- und Hochmoor (Foto: Verena Panovits)

Diese Moore liegen am Westrand der Gemeinde und bilden die nördliche Fortsetzung der Bichlacher Moore (Oberndorf).

Die Flora und Fauna des östlichen Hochmoorstreifens ist kaum zu beurteilen, denn nach der Zerstörung der Fichtenaufforstungen durch einen Tornado im Sommer 2012, hatte man die als Nutzholz brauchbaren Stämme zwar abgeräumt, doch alles andere im Moor verteilt. Sofern dieses Holz nicht noch abgeräumt wird, dürfte das Ende dieses Hochmoors besiegelt sein. Torfmoose und andere Hochmoorpflanzen sind nämlich ausgesprochen lichthungrig. Statt der üblichen Moorflora setzen sich dort nun massenhaft Ruderalpflanzen und Neophyten durch - vor allem Indisches Springkraut (Impatiens glandulifera), Echtes Springkraut (I. noli-tangere), Kleines Springkraut (I. parviflora) und Gewöhnlicher Hohlzahn (Galeopsis tetrahit). Es konnten in wassergefüllten Gräben aber viele junge Gelbbauch-Unken (Bombina variegata) beobachtet werden.

Das weiter westlich gelegene Zwischen- und Hochmoor ist dagegen weitgehend ungestört und beherbergt die klassische Artenzusammensetzung mit Torfmoosen (Sphagnum), Wollgräsern, Binsen, Rundblättrigem Sonnentau (Drosera rotundifolia), Rosmarinheide (Andromeda polifolia) und Faulbaum (Frangula alnus), an den trockeneren Stellen Heidelbeere (Vaccinium myrtillus), Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea) und Besenheide (Calluna vulgaris).

Dieses Moor beherbergt auffällig viele Schmetterlinge und Schrecken, u.a. die geschützte Sumpfschrecke (Stethophyma grossa = Mecostethus grossum).

Die Mikrofauna und -flora im zerstörten Hochmoorstreifen ist zu vernachlässigen. Es finden sich lediglich einige Grünalgen sowie viele Bakterien, Flagellaten und Ciliaten. Zieralgen und Schalenamöben sind so gut wie nicht vorhanden.

Wesentlich reichhaltiger ist das westliche Moorgebiet, in dem man die typische Artenzusammensetzung einigermaßen ungestörter Übergangs- und Hochmoore vorfindet, wobei die Desmidiaceen-Flora vergleichsweise arm ist.. Dominierend sind unter den Desmidiaceen Closterium striolatum, Cosmarium pseudoamoenum und C. pseudopyramidatum, Gonatozygon brebissonii und G. kinahanii sowie Tetmemorus brebissonii var. minor. Bei den Testaceen finden sich viele Arcella-, Nebela- und Hyalosphenia-Arten. Außerdem: Sehr viele Goldalgen (u.a. Synura sphagnicola und Mallomonas sp.) sowie Zooflagelatten (Flagellata), Augenflagellaten (Euglenophyta) und Rädertiere (Rotatoria).




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