Die Moore im Tiroler Bezirk Kitzbühel

Paradieswiese (ZH)


Gemeinde: Kitzbühel (Oberndorf)
Höhe ü.d.M.: ca. 780 m
Fläche: insgesamt 11,6 ha
Moortyp(en): Zwischen- und Hochmoor






Das Moor Paradieswiese (tirisMaps, Biotopkartierung)

Dieses vergleichsweise große Moor liegt westlich von Kitzbühel im Bereich des Bichlachs, einem weitläufigen Grundmoränengebiet mit zahlreichen Weihern und Mooren, das sich bis westlich von St. Johann i.T. erstreckt. Der größte Teil des Moorgebiets befindet sich im Gemeindegebiet von Kitzbühel, nur der nordwestliche Zipfel mit dem kleinen Hasenbergweiher liegt in der Gemarkung Oberndorf.


Paradieswiese

Die Paradieswiese wurde nach dem 1. Weltkrieg stark abgetorft. Erst in den 50er Jahren wurde der gewerbsmäßige Torfabbau aufgegeben. Von den damaligen Aktivitäten zeugen heute noch deutliche Spuren im Gelände. Weitere Informationen zum Bichlacher Torfstich "Paradieswiese" finden sich im Mitteilungsblatt der Stadtverwaltung Kitzbühel, Jg. 8, Nr. 10 (2004), S. 13-16.


Spuren des ehemaligen Torfabbaus

Das ausgebeutete Moor hat sich seit Ende des Torfabbaus auf erfreuliche Weise regeneriert. Zum überwiegenden Teil wird es nicht genutzt. Der pH-Wert des Wassers variiert zwischen 4,6 und 5,5.

Die Paradieswiese wurde mehrfach besucht. Flora und Fauna entsprechen der eines typischen Zwischen-/Hochmoors. Hervorzuheben ist das reichhaltige Vorkommen des gefährdeten Wasserfrosches (Pelophylax sp.). Er findet sich in nahezu allen Schlenken. Auch die seltene Gelbbauch-Unke (Bombina variegata) lebt hier. Ansonsten sind zahlreiche Libellen und Grashüpfer sowie die Gerandete Jagdspinne (Dolomedes fimbriatus) zu sichten.

Die Mikroflora und -fauna besticht durch viele, z.T. sehr seltene Arten. Massenhaft findet man lokal die seltene Zieralge Euastrum ampullaceum. Auch die Testaceen-Fauna ist beeindruckend. Die Diatomeen-Flora hingegen ist nicht besonders artenreich.






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