Die Moore im Tiroler Bezirk Kitzbühel

Trophiestufen und pH-Werte


Trophiestufen


Der Betriff "Trophie" entstammt dem griechischen und bedeutet "Ernährung". Er beschreibt den Gehalt an zur Verfügung stehender Nährstoffe und die damit verbundene Produktivität organischen Materials.

Bezüglich der Moore zieht Succow (1988) das Stickstoff-Kohlenstoff-Verhältnis (C/N-Verhältnis) an der Oberfläche von Mooren heran und bildet damit ein Trophiestufensystem von oligotroph (nährstoffarm) bis polytroph (extrem nährstoffreich). Dieses System ist aufgrund der breiten Streuung und damit verbundenen Ungenauigkeit allerdings umstritten.

Hier eine grobe Einteilung von Moor-Trophiestufen nach dem Biomasseertrag:

Polytroph:
  • sehr nährstoffreich
  • C/N-Verhältnis: < 7-10
  • sehr hohe Produktivität
  • Vegetation geprägt v.a. durch Schilfrohr (Phragmition australis), Wasserschwaden (Glyceria maxima)
  • meist intensive landwirtschaftliche Nutzung mit Düngung 
Eutroph:
  • nährstoffreich
  • C/N-Verhältnis: 10-20
  • hohe Produktivität
  • Vegetation: z.B. Schilfrohr und Steife Segge (Caricetum elatae)
  • intensive Wiesennutzung mit Düngung 
Mesotroph:
  • mäßig nährstoffreich
  • C/N-Verhältnis: 20-33
  • mäßige Produktivität
  • Vegetation: Groß- und Kleinseggenried
  • extensive landwirtschaftliche Nutzung (z.B. Beweidung und Streumahd), selten auch Düngung 
Oligotroph:
  • nährstoffarm
  • C/N-Verhältnis: 33 bis > 40
  • geringe Produktivität
  • Vegetation z.B.: Kleinseggen (Carex sp.), Torfmoose (Sphagnum sp.), Sonnentau (Drosera sp.)
  • kaum bis keine landwirtschaftliche Nutzung
Der pH-Wert

Eine der wichtigsten Größen zur Beurteilung eines Moors ist der pH-Wert. Je kalkhaltiger ein Gewässer ist, desto höher ist sein pH-Wert. Grund- und quellwassergeprägte Niedermoorgebiete der Kalkalpen sind folglich basisch, d.h. säurearm. Regenmoore mit Torfmoosen sind immer sauer.
  • Als neutral bis basisch bezeichnet man Gewässer mit einem pH-Wert zwischen 6,4 bis über 7,2
  • Als mäßig sauer (subneutral) werden Gewässer mit einem pH-Wert zwischen 4,8 und 6,4 bezeichnet.
  • Sauer bis stark sauer sind Gewässer mit pH-Werten von unter 4,8.
Je saurer ein Mileu ist, desto geringer ist die Artenvielfalt. Solche Mileus sind grundsätzlich oligotroph. Nährstoffarm kann aber auch alkalisches Quell- und Grundwasser sein (Beispiel: Einflussgebiet des den Loferer Steinbergen entspringenden Lastalbachs im östlichen und südöstlichen Bereich des Niedermoors am Pillersee (St. Ulrich a.P.).



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